Homeoffice – Das Buch
Brandneu auf den Tischen der Buchhandlungen liegt das Buch „Homeoffice – Erfolgreiches Heimspiel dank Zeit- & Selbstmanagement” von Birgit Golms und Gudrun Sonnenberg, erschienen im Oktober 2009 im renommierten Verlag Orell Füssli.
Gudrun Sonnenberg ist Journalistin und Fachautorin im Team der textexperten. Es ist bereits ihr zweites Buch nach „Kollege Ich”, das sich thematisch mit Freud und Leid der alleine Arbeitenden auseinandersetzt, mit den Sorgen und Nöten von Freiberuflern und Einzel-Selbstständigen, mit unseren Kollegen und Kolleginnen im Homeoffice von nebenan.
In ihrem gleichnamigen Blog Kollege Ich schreibt sie pointiert und amüsant über Themen rund ums Alleinarbeiten.
Auf 176 Seiten geben Gudrun Sonnenberg und Co-Autorin Birgit Golms viele Tipps zur Selbstorganisation und bieten ebenso praktische wie emotional aufbauende Strategien für den Homeoffice-Alltag. Aber auch gestandenen Heimarbeiter werden ihre helle Freude an den unterhaltsam zu lesenden Fallbeispielen haben. Tatsächlich ist man mit der Homeoffice-Situation weniger alleine, als es den Anschein hat. Die Autorinnen stellen das Grundphänomen „Arbeiten im Homeoffice” in einen größeren Zusammenhang – als einen Trend, der auch in vielen anderen Ländern, von Singapur bis Brasilien, einen neue Form der Arbeitsorganisation aufzeigt – eine Arbeitsweise der Zukunft.
Mehr zum Buch:
- Weblog “Kollege Ich”
- Buchrezension von “Kollege Ich” von Julia Ritter
- Website der Autorin Gudrun-Sonnenberg.de
- Verlag Orell Füssli
Homeoffice. Erfolgreiches Heimspiel dank Zeit- und Selbstmanagement
von Birgit Golms und Gudrun Sonnenberg
Okt. 2009, Orell Fuessli Verlag, ISBN 3280053595 – 19,90 EUR
Voller Schreibtisch?
Alles eine Typ-Frage – Alien oder kein Alien.
Über die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Typ “Leertischler und diszipliniert” und Typ “Volltischlerin und schiebe auf” berichtet Texter-Kollegin Annette Lindstädt in ihrer wunderbaren Glosse »Interstellare Kommunikation« im Magazin der Protextbewegung.
(Gewinner aufgepasst: Bis 15. August gibt es auf Protextbewegung.de noch die Möglichkeit, ein Schreibbuch zu gewinnen – wer das Kreuzworträtsel lösen kann, hat gute Chancen!)
Sie brauchen englische Texte? Warum schreiben Sie sie dann auf Deutsch?
Auf Englisch texten und konzipieren
Es kommt oft vor, dass ein deutsches Unternehmen einen Text auf Englisch braucht – z.B. für die Website, für Messeauftritte im Ausland oder als Kommunikationsmittel für internationale Kunden. Selten ist der Weg über den deutschen Text zum englischen der richtige.
Bei Websites werden häufig die deutschen Texte übersetzt und damit eine englischsprachige Version der Site geschaffen. Da Webtexte vor allem informieren und das auf klare, eindeutige und knappe Weise, funktioniert die Internationalisierung im Normalfall ganz gut. Was allerdings viele Unternehmen bzw. Agenturen bei der Website-Übersetzung vollkommen unter den Tisch fallen lassen, sind die Metatags – auch sie sollten übersetzt werden, denn dann wird die Site im Idealfall auch mit englischen Suchbegriffen gefunden. Diese, also die Keywords, sollte man für die englische Version nach Möglichkeit extra definieren bzw. mit den entsprechenden Tools auswerten und nicht einfach nur übersetzen. Denn der aus dem Deutschen übersetzte Begriff ist nicht unbedingt der, nach dem ein Englisch-Muttersprachler googeln würde.
Bei Anzeigen, Flyern und anderen werblichen Texten wird leider oft so vorgegangen: Die Agentur denkt sich gemeinsam mit dem Kunden ein Textkonzept aus – auf Deutsch natürlich, weil man das zumeist besser beherrscht. Auf Grundlage dieses Konzepts entwirft einer der Agenturtexter (oder jemand im Unternehmen) einen deutschen Text. Im Mittelpunkt des Konzepts steht oft eine sprachliche Idee: eine Redewendung, eine immer wieder auftauchende grammatikalische Konstruktion, ein Wortspiel. Wenn der Text fertig ist, wird er an die englische Texterin weitergegeben, die nun einen englischen Text daraus machen soll.
Diese Vorgehensweise ist aus mehreren Gründen komplett sinnlos:
1. Die schönen Wortspiele, Wendungen und Konstruktionen des deutschen Texts wirken in 90% der Fälle nicht im Englischen. Klar, man könnte ungefähre Entsprechungen auf Englisch suchen, aber wenn der deutsche Text gut war, dann zeichnet er mit den Wortspielen (& Co.) Bilder, die aufeinander abgestimmt sind. Spätestens hier fängt es bei der englische Fassung erheblich an zu haken.
2. Englisch ist hochgradig idiomatisch. Gerade US-Englisch bietet je nach Zielgruppe einen enormen Schatz an (pop)kulturellen Anspielungen, Zitaten, etc., die die Werbesprache im besten Sinne prägen und die für einprägsame und witzige Texte sorgen. Deutsche Texter kennen diesen Schatz meist nicht, und wenn sie ihn kennen, haben sie keine Möglichkeit, ihn in einen deutschen Text einfließen zu lassen – weil die beiden Sprachen einfach unterschiedlich funktionieren.
3. Der englische Texter muss die Anzeige/Broschüre/den Flyer/wasauchimmer also letztlich neu texten – auf Englisch. Bestenfalls eignet sich das für einen deutschen Text entwickelte Konzept auch für einen englischen. Meistens allerdings nicht, und fast immer gäbe es ein Konzept, das naheliegender und passender gewesen wäre. Die ganze Arbeit, die sich der deutsche Texter mit Text und Konzept gemacht hat, war also überflüssig.
Wer also einen englischen Text braucht, sollte den auch auf Englisch texten und konzipieren lassen. Von Anfang an.
Geheimnisvolle Pressemitteilungen
Oder: Wie man Produkte optimal vor der Öffentlichkeit versteckt
In den letzten Tagen war ich damit befasst, Pressemitteilungen verschiedenster namhafter Bad- und Sanitärhersteller in lesbares Handwerker- und Architektendeutsch umzuschreiben – für das Messemagazin der weltgrößten Messe dieser Branche. Ich schrieb über die wunderschönsten Wannen, Duschen, Becken und Armaturen (Wasserhähne sind zwar gemeint, ist aber wohl zu profan;). Also eigentlich ein alltagstaugliches, trendiges und zugleich recht unterhaltsames Thema.
Es ist schier unglaublich, wie viele Pressemitteilungen dennoch die allergrundlegendsten Informationen nebulös verschwurbeln oder sogar – - weglassen! Eine Firma braucht sich nicht zu wundern, wenn kein seriöser Journalist eine “Presseinformation” aufgreift (oder sollte man sie besser Presse-Desinformation nennen?), die vor Superlativen und Selbstbeweihräucherung nur so strotzt, aber die simpelsten Fakten verschweigt. Dass die nagelneue Wanne aus schwarzem (!) Material besteht, wurde zum Glück durch das nachträglich geschickte Foto klar. In der Pressemitteilung selbst stand davon kein Wort. Klassisches Eigentor.
Vielleicht WOLLEN die Firmen gar nicht, dass jemand erfährt, WAS sie da genau herstellen? (Witz)
Passend dazu der aktuelle Schwerpunkt von brand eins 2/2009 – PROPAGANDA! Das kongeniale Editorial von Wolf Lotter ist komplett online nachzulesen und titelt: “Public Relations will so gern objektiv erscheinen. Als ob es eine Schande wäre, Interessen zu offenbaren.”
Sein Fazit: Klartext wird gebraucht!
Sag ich doch.
Wie baut man eigentlich einen guten Artikel auf?
Diese Frage hörte ich in letzter Zeit häufiger. Als Profi sollte man jetzt zackig drei, vier Regeln aus dem Hut zaubern, oder? Das würde Eindruck machen!
Doch die ehrliche Antwort lautet: „Es kommt drauf an“. Und zwar auf das Thema. Die Welt ist groß und bunt, entsprechend unterschiedlich sind die Themen, die in Artikeln verarbeitet werden. Wäre es nicht sterbenslangweilig, sie alle in die gleiche Form zu gießen (drei, vier Regeln, zack)? Ob ich über einen Menschen schreibe, der gerade einen Preis gewonnen hat, oder ob ich zusammenfassen möchte, was auf der letzten Fachtagung von Wirtschaftsingenieuren diskutiert wurde, ist ein himmelweiter Unterschied. Wer wollte eine Regel dafür aufstellen?
Gut, für nachrichtliche Texte gibt es ein Schema: Man fängt mit den Antworten auf die W-Fragen an – Wer hat Was Wann Wo gemacht, Warum, Wieso, Wie oft. Dann kommen weitere Einzelheiten. Zack, fertig. Alle anderen Texte, die über die bloße Berichterstattung hinaus gehen, lässt allerdings dieses Schema im Stich. Ich komme nicht umhin, mir den Aufbau jedesmal neu zu überlegen. Beginne ich mit einem kuriosen Detail, oder fasse ich zum Einstieg die Grundaussage des Textes zusammen? Lasse ich viele Menschen zu Wort kommen, oder bereite ich eher mein eigenes Wissen auf? Habe ich ein knackiges Zitat für den Anfang, und wie setze ich am Schluss des Artikels nochmal einen drauf?
Die Kunst des Artikelschreibens ist, konsequent einen Faden zu verfolgen; genug, aber nicht zu viel zu schreiben, einfach, aber nicht platt zu formulieren, zuzuspitzen, aber nicht zu übertreiben. Je nach Medium entsteht ein kurzer Bericht oder eine lange Geschichte, ein Infoartikel oder ein unterhaltsames Lesestück. Und immer muss der Autor die Erwartungen der Leserinnen und Leser an das Medium mit dem Thema zu verbinden wissen. Erfahrung beschleunigt diesen Prozess enorm. Aber Regeln zeitigt sie auch nicht.
Text Sells
Warum Texte? Und warum gute Texte?
oder: Einige Gedanken zum Stoff, der aus ihnen gemacht ist
Text ist Sprache.
Text erzählt Geschichten.
Text lässt Bilder entstehen.
Text ist das Gewebe der Kommunikation.
Text ist die manifest gewordene Idee.
Ein Bild. Sieben Worte. Ihre Marke.
Sieben Worte. Eine Headline. Lesen oder nicht lesen.
Gelesen oder ignoriert werden. Ihr Kunde hat wenig Gründe, Ihren Text zu lesen – geben Sie ihm einen.
Werbetext unterliegt nicht immer den Regeln der Grammatik. Aber immer denen der Kommunikation. Der Vorteil von Text: Er lässt sich weitererzählen. Bilder emotionalisieren Individuen. Gute Werbetexte schaffen gemeinsame Zeichenwelten für ganze Zielgruppen / Subkulturen.
Wir träumen in Bildern. Aber wir erzählen davon in Worten.
Don’t underestimate the power of the word.
(Erstveröffentlichung im Textexperten-Blog am 19.7.2005)
Kollege Ich
Es gibt Bücher über Kommunikation, über Mobbing, über den richtigen Umgang mit Kollegen, Vorgesetzten und Untergebenen, über Mitarbeitermotivation und Teamarbeit.
Aber es gab bisher kein Buch für die, die alleine arbeiten.

Gudrun Sonnenberg hat so ein Buch geschrieben: Kollege Ich
Sie beschreibt darin die Probleme, die auftauchen können, wenn man alleine arbeitet: Einsamkeit, Motivationsmangel, Disziplin-Schwierigkeiten, Ängste und das Gefühl, von allen und allem isoliert zu sein. Und sie zeigt Lösungswege, die über die üblichen Verdächtigen hinausgehen.
Das ist der Punkt, an dem ganz deutlich wird, dass die Autorin auch am “lebenden Objekt” recherchiert hat: Ihre Fallbeispiele beschreiben ebenso überraschende wie überzeugende Problemsituationen und Lösungsstrategien. So füllte eine Interviewpartnerin ihre, wegen Auftragsflaute im Überfluss vorhandene, Zeit (aber nicht ihr Konto) damit, sich übermäßig für einen Verein zu engagieren; ein anderer fand zu seiner Motivation zurück, indem er seine Preise senkte.
Diese Beispiele sind sehr individuell und gerade deshalb motivierend. Schließlich geht es um das “allein Arbeiten” – einer der großen Vorteile daran ist, dass man nach ganz eigenen Methoden und Strategien vorgehen kann. Das Buch stärkt erstens das Selbstbewusstsein und das Vertrauen, dass das eigene Süppchen munden wird, und gibt ihm zweitens durch vielfältige Anregungen zusätzliche Würze.
Gudrun Sonnenberg: Kollege Ich. Die Kunst, allein zu arbeiten.
München/Zürich: Pendo, 2005, 18 Euro
Weitere Rezensionen zu diesem Buch:
- Von Karina Matejcek auf www.edings.de
- Von Biggi Mestmäcker auf www.txt94.de/joblog
Vom Reisen schreiben
Touristische Texte packen Reisesehnsucht in Worte
Mit romantischer Reiseschriftstellerei hat dies allerdings nicht viel zu tun, denn in der Tourismusindustrie zählen Buchungsumsätze und Verkaufszahlen.
Texte für Corporate Travel
Broschüren, Fact Sheets, Reiseportale und Magazine für Geschäftsreisende und Firmenkunden sollen positive Assoziationen wecken und nicht an eine lästige Dienstpflicht erinnern. Ein interessantes Kundenmagazin vermittelt harte Fakten lässig und unterhaltsam. Das professionell getextete Buchungsportal oder Intranet erklärt sich mit wenigen Worten selbst. In der Touristikbranche besitzen technische Innovationen im Online-Buchungsbereich einen hohen Stellenwert – hier ist Fachwissen gefragt.
Texte für Touristik und Hotellerie
Die Tourismusbranche lebt von den Träumen Ihrer Kunden. Artikel zu Reisethemen werden gern gelesen, wenn sie authentisch, anschaulich und informativ sind. Viele dieser Texte erfordern Fachtermini und gute Branchenkenntnis über Airlines, Buchungsabläufe, Flughäfen, Hotels, Internet-Reiseportale, Länder, Low-Cost-Carrier, Reisearten oder Reiseliteratur.
Die textexperten texten für Sie Kataloge, Broschüren, Artikel für Kundenmagazine oder Reiseseiten und schreiben für touristische Fachzeitschriften. Dabei können wir auf eigene Erfahrung in der Reisebranche und ein weitreichendes Insider-Wissen über internationalen Tourismus, Reiseländer und Hotellerie zurückgreifen.
Texte für Lehrmaterial und Fortbildung
Die textexperten schreiben fachlich und didaktisch anspruchsvolle Lehrmittel und Lektionen für Aus- und Fortbildung touristischer Fachkräfte. Für Schulungstexte in den Bereichen Touristik und Hotellerie finden Sie bei uns die richtigen Ansprechpartner.
Online−Journalismus ist “Mehrwert−Journalismus”
Einen “Mehrwert” schaffen heißt, einen Zusatznutzen zu dem üblichen Angebot (Unternehmensdarstellung, Nachrichten) zu bieten.
Im Online−Journalismus können das sein:
- Servicetexte und −themen
- Links bzw. Linklisten mit weiterführenden Informationen
- Informationspakete wie Dossiers,
- sinnvoller Multimedia−Einsatz
- Unterhaltung
Die Struktur des Hypertextes bietet dabei exzellente Voraussetzungen, diese “Mehrwert−Module” miteinander zu verknüpfen.
Kurz schreiben – Vorbild Nachricht
Heutzutage gibt es ja viel zu lesen. Zu viel eigentlich. Autoren erleben deshalb immer wieder: Nur kurze Texte sind beliebte Texte.
Das wäre leichter zu verkraften, wenn das Schreiben kurzer Text nicht so schwierig wäre. Um einen kurzen Text zu verfassen, brauchen die meisten Menschen leider viel mehr Zeit als für einen langen Text!
Journalisten, die sich mit diesem Problem schon vor dem Zeitalter der Textflut herumplagen mussten, haben zur Abhilfe die Textform der Nachricht kultiviert. Die Nachricht bringt ihre Botschaft schnell und direkt an die Leser. Und sie lässt sich sehr schnell schreiben, wenn man sich einmal mit ihr vertraut gemacht hat. Nachrichten schreiben kann man lernen!
Es geht so:
Wir packen das Wichtigste in einen Satz und hauen es sofort raus. Wer jetzt an einen Marktschreier denkt, liegt ziemlich richtig: Es geht darum, sofort mit dem Wesentlichen herauszurücken.
Angenommen, die Buslinie XY ändert ihre Route. Dann melden wir:
Die Buslinie XY fährt ab kommendem Montag eine andere Route.
Das ist unser erster Satz.
Das Zweitwichtigste folgt sogleich:
Statt durch die gesamte Zedernallee zu fahren, biegt der Bus künftig schon nach einer Station nach links in die Kastanienstraße ab und fährt dort weiter bis zum Kiefernweg. Dort erreicht er seine neue Endhaltestelle.
Jetzt könnten wir schon Schluss machen. Das war wirklich das Allerwichtigste. Die Nachrichtenform erlaubt aber, noch weitere Einzelheiten hinzuzufügen. Zum Beispiel, woher die Information stammt. Oder wo man sie nachlesen kann. Oder wie es zu der Neuerung kam. Und ob alle einverstanden sind. Wir fügen es einfach an das Wichtigste an.
Unsere Nachricht geht dann so weiter:
Die Buslinie XY fährt ab kommendem Montag eine andere Route, haben die Verkehrsbetriebe bekannt gegeben. Statt durch die gesamte Zedernallee zu fahren, biegt der Bus künftig schon nach einer Station nach links in die Kastanienstraße ab und fährt dort weiter bis zum Kiefernweg. Dort erreicht er die neue Endhaltestelle. Die genaue Fahrtroute ist im Internet unter der Adresse www.xy-bus.de zu sehen. Die Verkehrsbetriebe begründen die Änderungen damit, dass die Busse in der Zedernallee kaum noch genutzt wurden. Umweltschutzverbände sind gegen die Änderung. Sie plädieren dafür, mehr Busse auf beiden Strecken fahren zu lassen. Der Leiter der Verkehrsbetriebe erklärte, diese Forderung sei „kompletter Unsinn“. Der Bürgermeister weilt zur Zeit in den USA und ließ durch seinen Sprecher erklären, er werde sich zu diesem Konflikt nicht äußern.
Puh, jetzt reicht es, so genau wollten wir es gar nicht wissen, oder? Unsere Nachricht entfernt sich gegen Ende immer weiter von ihrem Kern und wird langweilig. Aber das macht nichts! Das entspricht nämlich völlig ihrem ordnungsgemäßen Aufbau einer Nachricht. Der ist hierarchisch: Das Wichtigste kommt am Anfang, Unwichtigeres am Schluss.
Und wenn manche Leser den Schluss nicht lesen, weil sie das Thema nicht interessiert: Macht nix! Ist völlig ok! Alle Leser müssen sich allerdings darauf verlassen können, dass ihnen wirklich nichts entgeht. Stünde am Ende der Nachricht noch der Knaller -
Die Buslinie wird außerdem künftig nicht mehr am Hauptbahnhof starten, sondern erst zehn Stationen später, an der alten Post einsetzen.
- dann dürften sich die Leser zu recht ärgern: Diese Information hätte unbedingt an den Anfang gehört.
Wichtiges an den Anfang, Unwichtiges an den Schluss – das ist der klassische Nachrichtenaufbau. Wird er ordentlich vollzogen, klappt auch die Gegenprobe: Dann können wir unsere Nachricht kürzen, indem wir Satz für Satz von hinten wegstreichen, ohne den Text dafür umformulieren zu müssen.
Epilog:
Natürlich ist Kurzfassen nicht allein eine Frage des Handwerks. Wer Nachrichten schreibt, muss auch bereit sein, sich in der Kunst des Weglassens zu üben, Informationen konsequent zu sortieren, und sich einer gewissen Nüchternheit befleißigen.
Andernfalls läse sich die Nachricht über die neue Route der Buslinie XY vielleicht so:
Vor seiner Abreise hatten sie nur noch kurz telefoniert, dann entschwebte der Bürgermeister gen Westen über den Atlantik und ließ den Chef der Verkehrsbetriebe allein. Sie ahnten nicht, dass der örtliche Radfahrerverband bereits an einer erschütternden Pressemitteilung feilte. Man wollte sie nicht so davon kommen lassen, die alten Säcke in der Stadtregierung. Und schon gar nicht den Chef der Verkehrsbetriebe. Der war den Radfahrern schon lange ein Dorn im Auge …
Halt, genug. Es gibt ja sehr viel zu lesen heutzutage. Suchen wir uns lieber einen anderen Text. Einen kurzen natürlich!