Des Apples Kern
Wer fädelt schon Apfelkerne auf, Hunderte, Tausende? Cornelia Schmidt-Bleek hat es getan. Als fragiler, transparenter Vorhang hängen die Apfelkernfäden nun in der Galerie Kamm, vis-à-vis der Volksbühne, von der Decke.
Die Form des Vorhangs bildet den Umfang jenes Baumes nach, unter dem Issac Newton angeblich gesessen hat, als ihm der Apfel fast auf den Kopf fiel – und ihm sozusagen schlagartig die Gravitationstheorie einfiel.
Newton ist auch zu sehen. Als Laubsägearbeit an der Wand, die das Urlogo von Apple zitiert, ein wahrhaft unhandliches visuelles Zeichen, das viel über die Apple-Macher der ersten Stunde aussagt. Dieser Apfel hing aber nicht lang am Stamm und wurde bald durch den Regenbogen-Apfel mit Bisskante ersetzt, wie wir ihn heute kennen (und den manche sogar lieben sollen).
Die Spanne zwischen Natur und Hightech überbrückt die Künstlerin mit ihren einfachen, aber anspielungsreichen Arbeiten locker. Zurück zur Natur möge man mit Newton und Schmidt-Bleek sagen, aber nehmt eure Notebooks mit! Hauptsache, jetzt im Herbst fällt kein Apfel drauf.