Beharrliche Imbissstände

Der Imbiss vor der im Abbau befindlichen Ruine des Palasts der Republik ist rekordverdächtig: Gleich von drei Seiten ist er von einem Bauzaun umgeben. Wer hier nachmittags im Spätsommer-Sonnenschein seine Bockwurst mümmelt, hört kitschige Keyboardklänge vom Lustgarten herüberwehen, wenn gerade mal kein Lkw über die scheckigen Linden rattert. Weil die Berliner am liebsten ambulant essen, wird sich dieser Imbiss halten, bis er mitten auf der Wiese steht, die demnächst die historische Mitte Berlins markieren wird.

Ein ähnliches Beharrungsvermögen hat der Imbiss am Kulturforum, der cool wirkt, aber ein absolut durchschnittliches Wurst- und Becher-Kaffee-Angebot vorhält. Er hat über die Jahre alle Rettungsversuche dieses völlig verunglückten Stadtraums überstanden und dürfte den Gartenarchitekten, die zu Unrecht wohl immer noch stolz auf die aktuelle Gestaltung des Kulturforums sind, ein Dorn im Auge sein.

Einzig der Wurststand vorm Brandenburger Tor, der zuletzt per Unterschriftenliste seinen umsatzträchtigen Standort zu retten versuchte, musste irgendwann weichen. Er steht jetzt am Rande des Tiergartens auf der anderen Seite des Tors, seine Inhaber wirken immer noch ein wenig beleidigt, weil sie sich nicht durchsetzen konnten. Nur die Bannmeile ist stärker als des Berliners Lust an der Currywurst.

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